Korbjäger auf Rädern – Rollstuhlbasketballturnier beim PSK

Hot Wheelers Jugend vs. Hot Wheelers EinsteigerKarlsruhe (ps). Fünf Teams hatten für das Rollstuhlbasketball-Einsteigerturnier am 12. September im Karlsruher Otto-Hahn-Gymnasium gemeldet. Seit 2006 betreibt der Post Südstadt Karlsruhe (PSK) eine eigene Rollstuhlsportabteilung. Die Basketballer der „PS Karlsruhe Hot Wheelers“ haben inzwischen über 30 Mitglieder, darunter auch einige Jugendliche und ältere Neulinge in der Sportart. So lag es für Abteilungsleiter Peter Rabl nahe, ein Turnier auszurichten, das bewusst auf Nachwuchsspieler und Sportler ohne große Spielerfahrung zugeschnitten war.

Rollstuhlbasketball ist ein Sport, der von Behinderten, Nichtbehinderten und Menschen unterschiedlichsten Alters gemeinsam ausgeübt werden kann. Ein Punktesystem bei der Mannschaftsaufstellung gewährleistet faire Verhältnisse. Die Spieler bekommen – je nach Behinderungsgrad – einen bestimmten Punktwert zugewiesen, ein vollkommen gesunder Sportler zum Beispiel den Höchstwert von 4,5. Frauen und Jugendliche erhalten Punktabzüge. Die jeweils auf dem Feld befindliche Mannschaft darf gemeinsam eine Punktgrenze von 14,5 nicht überschreiten. Damit ist Rollstuhlbasketball ein sogenannter Integrativsport. „Jeder leistet seinen Beitrag gemäß seiner Fähigkeiten“, betont Rabl. Ansonsten sind die Regeln weitgehend identisch mit dem bekannten Basketball. So hängen beispielsweise auch die Körbe auf derselben Höhe.

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Ein entscheidender Auslöser für die Turnierausrichtung war Rabl zufolge die Tatsache, dass  in Deutschland kein regulärer Ligabetrieb für Jugendliche existiert, und es daher bundesweit nicht sehr viel Nachwuchs gibt. So hatten auch im Vorfeld drei Teams der Turnierleitung gemeldet, nur über einen ausgedünnten Kader zu verfügen. Kurzerhand stellte das Organisationsteam um die erste Mannschaft der Hot Wheelers mehrere zusätzliche Spezialrollstühle bereit und ermöglichte somit auch interessierten Zuschauern und Angehörigen der Spieler die spontane Teilnahme. Schließlich rollten neben dem Hot Wheelers Jugendteam und dem Karlsruher Team der älteren Einsteiger die Mannschaften von Rolling Chocolate Heidelberg, PSC Pforzheim und Team ´99 Aschaffenburg auf die zwei Spielfelder in der Karlsruher Waldstadt. In der Konsequenz stand auch weniger die Konkurrenz untereinander im Vordergrund, sondern vielmehr der integrative Gedanke und der gemeinsame Spaß am Sport.

Dennoch kam es zu spannenden Begegnungen mit reichlich Action, was sich nicht nur im Endspiel zeigte. Die Entscheidung fiel in einem packenden Finale, dessen Ergebnis nach mehrfachem Führungswechsel in der Schlussminute denkbar knapp war. Aschaffenburg sicherte sich den Turniersieg mit einem 29:28-Erfolg gegen das Hot Wheelers-Jugendteam. Geehrt wurden jedoch nicht nur die Gewinner.

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Turnierleiter Peter Rabl zeichnete auch alle zehn Spielerinnen und Spieler aus, die an diesem Tag ihr erstes Turnier im Rollstuhlbasketball erlebt hatten. Vor diesem Hintergrund hat auch dieses eher kleine Turnier eine große Bedeutung für den Jugend- und Nachwuchsbereich im Rollstuhlbasketball. Die organisatorischen Hürden sind in dieser Sportart meist hoch und bedürfen oft der Improvisation, nicht nur in der Trainings- und Heimspielstätte der Hot Wheelers, der Carl-Benz-Halle in Karlsruhe-Mühlburg.

Beispielweise stellte sich am Samstag bei der morgendlichen Begehung des Spielorts heraus, dass dieser über keine behindertengerechte Toilette verfügt. Das änderte aber nichts am durchweg positiven Fazit, das die Ausrichter ziehen konnten. Den Hot Wheelers ist mit dem Turnier eine sehr gute Werbung für den Integrativsport gelungen. Darüber hinaus zeigt sich hier, dass Karlsruhe durch und durch „Basketballstadt“ ist, ob zu Fuß oder auf Rädern.