Leutloff und Uni-Riesen Leipzig zeigen in Karlsruhe großes Kämpferherz

BG Karlsruhe 005Karlsruhe (ps). 750 Zuschauer, unter ihnen ein laustarker Leipziger Anhang und 100 Flüchtlinge, die derzeit in Karlsruhe untergebracht sind, sahen am Samstagabend einen deutlichen 97:61-(26:14, 22:16, 27:20, 22:11) Auftaktsieg der BG gegen die Uni-Riesen aus Leipzig. Dabei handelte es sich allerdings um eine Begegnung ohne Musterwert, da jeweils drei Spielern beider Teams die Spielgenehmigung versagt geblieben war. Die Gäste mussten auf ihre drei Amerikaner verzichten, bei der BG konnten Hayden Lescault, Marcus Smallwood und Darius Kühner nur zusehen. Beide Mannschaften agierten mit einer Neunerrotation, wobei die Sachsen im letzten Viertel erheblich durch Foultrouble beeinträchtigt waren.

„Das erste Spiel hat immer einen besonderen Charakter.“, stellte Horst Schmitz nach der Partie fest. „Mit 36 gewonnen, sieht auf dem Papier erst einmal deutlich aus, aber Leipzig ist überhaupt keine schlechte Mannschaft. Wenn die auf ihre Amerikaner hätten zurückgreifen können, wäre es eine andere Partie gewesen. Was uns optimistisch stimmt, dass wir in der Defensive über 40 Minuten ordentlich gearbeitet haben und wenn es Engpässe im Spiel gegeben hat, sind alle zusammengeblieben. Wir werden natürlich weiter an der Rollenverteilung weiter arbeiten.“

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Sascha Leutloff, der mit 27 Punkten, fünf Defensivrebounds, vier Steals und zwei Assists überragender Leader seiner Farben auf dem Parkett und von den Hausherren nie zu halten war, zog nach dem Spiel eine sehr nüchterne Analyse: „Wir haben von Außen zu schlecht getroffen. Zwei von 22 ist mager. Karlsruhe ist es gelungen, sich oft freie Würfe zu erarbeiten und 13 von 29 aus der Distanz ist natürlich eine starke Quote. Dann haben wir in der 1:1-Verteidigung und in der Zone Fehler gemacht, die bestraft worden sind.“

Jedes einzelne Viertel ging letztendlich deutlich an die BG, wobei nach etwas mehr als vier gespielten Minuten im dritten Viertel eine Auszeit von Nenad Josipovic die Karlsruher wieder in die Spur bringen musste, weil die Gäste mit enormen Willen und aggressivem Einsatz aus der Halbzeit gekommen waren und den 18-Punkte-Vorsprung aus der Halbzeit auf 14 Punkte verkürzen konnten (55:40). Zwei Punkte von Jonas Niedermanner bedeuteten dann das Ende des 0:8-Laufs der BG, ehe Jeremy Black mit einem Dunk wieder Punkte für die BG gelangen.

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Bei den Gastgebern gefiel das Mannschaftsspiel (23:9 Assists); die Tatsache, dass die Vorschusslorbeeren des Headcoaches Nenad Josipovic für seine jungen Talente sich in Spielzeit ausdrückten (Davis 23:45 Minuten, Orlovic 16:08 Minuten und Schmid 11:19 Minuten); dass Kapitän Rouven Roessler in vielen Szenen zeigte, dass er selbst in seiner 15. Spielzeit als Profi noch richtig Spaß am und Lust auf das Spiel hat; dass Dmitrij Kreis aufzeigte, was für eine Verstärkung er für die Karlsruher ist und dass alle Akteure punkten konnten. Nenad Josipovic hätte vielleicht wie die feiernden Fans Hochgefühle entwickelt, wenn da nicht die Sache mit den nicht eingesetzten Spielern gewesen wäre. Sein knapper und prägnanter Satz zu dieser Partie lautete: „Klar gewonnen, aber das war kein guter Abend für den Basketball.“

Punkte BG Karlsruhe: Roessler 20/4, Kreis 17/1, Black 16, Lind 11/1, Orlovic 8/2, Schmitz 8/2, Schmid 6/2, Davis 6, Krajewski 5/1

Punkte Uni-Riesen Leipzig: Leutloff 27, Niedermanner 9, Ackermann 7, Heinrich 5/1, Kaiser 5, Wöllert 5/1, Ansehl 2, Bagaric 1