KSC: Ist immer der Trainer schuld oder liegen die Probleme tiefer?

Karlsruhe (mia). Viele Baustellen stehen für KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer gerade an: der nahende Abstieg des Karlsruher SC, Saisonplanung für die Dritte Liga,  aber auch die Kritik, die er wegen der Verpflichtung des ehemaligen KSC-Coaches Mirko Slomka erhalten hat.

In einem Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten kritisierte das KSC-Präsidium unter anderem, dass es „nicht glücklich“ war Slomka zu holen und der Sportdirektor bei dieser Entscheidung daneben lag.

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„Das stimmt ja auch“, erklärte Kreuzer gegenüber abseits-ka. „Zum damaligen Zeitpunkt, nach wie vor, würde ich es wieder tun. Aber man muss auch ehrlich zu sich selbst sein. Wenn man einen Trainer im Winter holt und muss ihn wieder freistellen drei Monate später, kann man nicht sagen, ‚Juchu, das war in Ordnung, Slomka war richtig‘. Dann muss man dazu stehen, dass es, warum auch immer,  acht von 30 möglichen Punkte und damit zu wenig waren.“

Kreuzer erklärt aber auch, dass man es weiter hinterfragen müsse. „Ob da allein der Trainer schuld war, oder ob man nicht doch die Dinge tiefer betrachten muss?“ stellt er in den Raum.

„Es ist schon der vierte Trainer und wir machen noch immer keine Tore oder holen zu wenig Punkte. Ob immer nur die Trainer verantwortlich sind oder das Problem tiefer liegt, wie wir alle vermutet haben,…“ Diese Frage wird sich der Karlsruher Club nach dem Abstieg stellen müssen. Ein neues Team wird aufgebaut, dass drittligatauglich sein muss und dem Trainer folgt.

Mit Marc-Patrick Meister hat der KSC nun einen weiteren Trainer, der aber auch mit in die dritte Liga gehen soll. Noch steht Kreuzer mit dessen Berater in Verhandlungen über einen Cheftrainervertrag. „Marc hat ja einen Vertrag als KSC-Angestellter. Den haben wir im Januar als Assistenzcoach angepasst.“

Ärgerliches Spiegelbild der Saison

Dass die Fans den KSC ebenfalls in die Dritte Liga begleiten, weiß Kreuzer. „Ich kenne sie schon seit 30 Jahren. Wir haben super Fans.“ Dass man sich nach dem Spiel gegen Stuttgart von einigen wenigen hatte distanzieren müssen, sei klar, aber nur eine Minderheit. „Das sind nur gegen fünf Prozent, eine Randgruppe, die nicht kapiert, dass sie uns Schaden zufügt. Die richtigen Fans gehen mit, wenn sie sehen, dass sich die Mannschaft rein haut.“

Dies habe man auch bis zum Abpfiff der KSC-Niederlage gegen Heidenheim gesehen. Das Spiel selbst, so Kreuzer, sei teils ein „Spiegelbild der gesamten Saison“. „Eigentlich hat die Mannschaft in allen Bereichen eine gute Leistung gezeigt. Wir waren engagiert, haben guten Fußball gespielt, haben uns Chancen vorne erarbeitet und unterm Strich ist wieder leider Gottes nichts rausgekommen“, ärgerte sich der KSC-Sportdirektor.

„Du machst vorne mehrere Chancen, kriegst es nicht auf die Reihe, dass der Ball über die Linie geht und hinten hast du wieder einen kleinen Aussetzer und das nutzt der Gegner eiskalt aus. Am Ende des Tages verlierst dann 1:0.“