DFB-Aktion Ehrenamt: Neun Vorbilder ausgezeichnet

Karlsruhe (bfv). Mit dem Ehrenamtspreis stellen der Badische Fußballverband und der DFB jedes Jahr neun herausragende Ehrenamtliche aus den Fußballkreisen des bfv in das Scheinwerferlicht, um ihnen die verdiente Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen. Die bfv-Preisträger 2018 stehen nun fest. Die neun Kreisehrenamtsbeauftragten und Kreisvorstände waren erneut bei der Kandidatenauswahl für den Ehrenamtspreis gefragt. Aus allen gemeldeten Kandidaten mussten sie sich jeweils auf einen Sieger pro Kreis festlegen. Keine leichte Aufgabe bei so viel vorbildlichem Engagement in den bfv-Vereinen. „Wir erleben jeden Tag wie Tausende Menschen sich für ihren Verein und damit für den Fußball großartig einsetzen. Sie machen das selbstlos und opfern dabei einen großen Teil ihrer Freizeit. Ich freue mich daher, dass wir auch in diesem Jahr neun Menschen stellvertretend für alle Ehrenamtlichen auszeichnen können“, betont Helmut Sickmüller, Vizepräsident und Ehrenamtsbeauftragter im bfv. [adrotate banner=“47″] [adrotate banner=“49″] Feiern lassen können sich die Ehrenamts-Helden nicht nur in ihrem Verein und Ort, sondern überregional beim Dankeschön-Wochenende der drei baden-württembergischen Fußballverbände. Alle Preisträger des Jahres 2018 sind vom 12. bis 14. April 2019 in die Sportschule Schöneck eingeladen. Dabei erleben sie, gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern, ohne die Ehrenamt wohl nicht möglich wäre, ein volles Programm gebührender Würdigung, Aktionen und viele Austausch. Drei der bfv-Preisträger zählen darüber hinaus für ein Jahr lang zu den Mitgliedern des „Club 100“ des DFB. Auf sie wartet eine bundesweite DFB-Ehrungsfeier, der Besuch eines Länderspiels der A-Nationalmannschaft sowie zwei Mini-Tore und fünf Adidas-Fußbälle für den Verein. Beim bfv fiel die Wahl auf Rolf Brenner (TSV Billigheim), Dirk Hofer (VfB Wiesloch) und Sven Wolf (VfR Mannheim). Mit einem weiteren Wettbewerb würdigen und fördern der DFB und der Badische Fußballverband junges Ehrenamt. Timo Kraus (48) vom FC 1946 Rauenberg (Fußballkreis Tauberbischofsheim): Das Herz und die Seele des Vereins
Timo Kraus, FC Rauenberg
„Bei Fragen ist er immer die allererste Anlaufstelle, sein Bemühen um den Club ist beeindruckend“, begründet Achim Detsch, Schriftführer beim FC 1946 Rauenberg, der Kraus gemeldet hat. „Er zeigt ein riesiges Engagement, hängt sich immer voll rein.“ Bereits 1989 begann Timo Kraus seine ehrenamtliche Tätigkeit in Rauenberg, übernahm zunächst die stellvertretende Leitung der Jugendmannschaften, später auch die Position des Jugendvorstandes und Nachwuchstrainers. „Es gibt immer weniger Ehrenamtliche, die Vereine sterben aus. Ich will das verhindern“, begründet Kraus sein intensives Engagement. Als treibende Kraft war er für den erfolgreichen Auf- und Ausbau der Jugendabteilung verantwortlich. Seit acht Jahren bekleidet er das Amt des Fußball-Abteilungsleiters. Die erfolgreiche Gründung einer Spielgemeinschaft mit den Nachbarorten Boxtal und Mondfeld im Jahr 2017, ohne die der Spielbetrieb im Seniorenbereich kaum mehr möglich gewesen wäre, ist besonders ihm zu verdanken. „Die Ehrung bedeutet für mich die Würdigung meiner Arbeit und gibt mir noch mehr Motivation für die Zukunft. Ich war total überrascht, habe mich sehr darüber gefreut.“ Winfried Adelmann (60) vom SV Ballenberg (Fußballkreis Buchen): Viel Leidenschaft und großer Einsatzwille
Winfried Adelmann, SV Ballenberg
Im Alter von 34 Jahren wurde Winfried Adelmann in das Amt des 2. Vorsitzenden gewählt, leitete später über acht Jahre lang als 1. Vorstand die Geschicke des SV Ballenberg und war bis 2018 3. Vorsitzender. „Auf Winfried kann man sich hundertprozentig verlassen. Er ist immer bereit zu helfen, ist auch in schweren Zeiten für den Verein da“, begründet der aktuelle Vorstand Fabian Nuber die Meldung zum Ehrenamtspreis 2018. Aktuell kümmert sich Adelmann als Vorsitzender des technischen Ausschusses mit großem Zeiteinsatz um die beiden Rasenplätze, auch beim Auf- und Abbau von Vereinsveranstaltungen ist er maßgeblich beteiligt und eine nicht wegzudenkende Unterstützung für die verantwortlichen Organisatoren. „Durch seine besonders hervorzuhebende Eigeninitiative ist Winfried jederzeit eine große Hilfe für die Vorstandschaft, sein großer Erfahrungsschatz sowie sein umfassendes Wissen in vielen Bereichen bringen unseren Verein voran“, ergänzt Nuber. „Mir liegt es am Herzen, dass das Vereinsleben aufrecht gehalten wird, ohne Ehrenamtliche geht das aber nicht. Die Ehrung kam für mich überraschend, ist eine sehr schöne Geste. Solange ich kann, werde ich meinen Verein weiter unterstützen“, verspricht Adelmann. Rolf Brenner (57) vom TSV Billigheim (Fußballkreis Mosbach): TSV’ler durch und durch
Rolf Brenner, TSV Billigheim
Seit knapp 30 Jahren ist Rolf Brenner dem TSV Billigheim verbunden: Nach der Tätigkeit als Beirat im Vorstand erfüllte er elf Jahre lang die Position des Kassiers. Der heute stellvertretende Kassier übernahm 2016 mangels erforderlicher Freiwilliger zudem das Amt des Förderverein-Vorstands. Brenner steht mit ganzem Herzen hinter dem TSV, übernimmt auch Arbeiten, die über seinen Verantwortungsbereich hinausgehen. Durch sein akribisches und zielgerichtetes Arbeiten ist es ihm gelungen, in Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft die großen finanziellen Belastungen des Vereins abzubauen und auch neue Einnahmequellen zu erschließen, z.B. durch das Installieren einer Photovoltaikanlage. Als treibende Kraft war Brenner außerdem an der Sanierung des Sportheim-Balkons sowie parallel dazu bei der Anschaffung und Installierung von Anbauzelten beteiligt. „Fußball ist in meinem Leben ein zentrales Thema. Ich möchte den Verein am Leben halten, weiterentwickeln und der Jugend eine Möglichkeit bieten, das Vereinsleben mitzuerleben und mitzugestalten. Die Ehrung kam für mich völlig unvorbereitet, ich habe mich riesig gefreut. Die Auszeichnung motiviert mich natürlich, weiter tatkräftig im Ehrenamt aktiv zu sein.“ Vanessa Geiger, Abteilungsleiterin Turnen, die ihren Vereinskollegen Brenner vorgeschlagen hat: „Rolf investiert viel Freizeit fürs Ehrenamt. Trotz seiner hohen beruflichen Belastung ist er immer erreichbar und kümmert sich um Angelegenheiten, die für den Verein geregelt werden müssen.“ Alexander Lenhardt (45) vom SV 1946 Tiefenbach (Fußballkreis Sinsheim): Die Kleinsten im Fokus
Alexander Lenhardt, SV 1946 Tiefenbach
Foto: privat
Den „klassischen“ Weg zum Trainer ging auch Alexander Lenhardt: Sein Sohn wollte bei den Bambini Fußballspielen, weil aber kein geeigneter Übungsleiter aufzutreiben war, sprang der 45-Jährige ein und schlüpfte in die Rolle des Coaches. Seitdem ist es ihm gelungen, die Mannschaft nach und nach wieder aufzubauen, zeitweise nahmen im kleinen Stadtteil von Östringen bis zu 20 Kinder am Bambini-Training teil. Das tolle Kindertraining, bei dem der Spaß immer im Vordergrund steht, sprach sich schnell herum, sogar aus den umliegenden Gemeinden kamen die Nachwuchskicker ins Training nach Tiefenbach. SV-Mitglied Marcel Martin, der Lenhardt zum Ehrenamtspreis vorgeschlagen hat: „Alexander ist immer für die Kleinsten da und versucht etwas Besonderes zu gestalten, an das sich die Kinder noch lange erinnern können. Er hat dafür gesorgt, dass ein sehr kleiner Verein nicht ganz so große Angst um seinen Nachwuchs haben muss.“ Lenhardt sagt zu seiner Auszeichnung: „Von der Meldung zum Ehrenamtspreis wusste ich überhaupt nichts, dementsprechend groß war die Überraschung. Ich freue mich sehr, dass die geleistete Arbeit honoriert wird und werde auch in Zukunft am Ball bleiben.“ Dirk Hofer (53) vom VfB Wiesloch (Fußballkreis Heidelberg): Der Mittelpunkt des Vereins „Dirk verbringt tagtäglich mehrere Stunden am Vereinshaus. Als Vorstand packt er überall selbst mit an, ist sich für keine Arbeit zu schade. Fällt bei uns mal ein Nachwuchstrainer kurzfristig aus, springt Dirk sofort ein. Der Club ist quasi seine zweite Heimat“, begründet Frank Kohlroß, Beisitzer des Vorstandes beim VfB Wiesloch, Hofers Meldung für den Ehrenamtspreis. 1997 begann der heute 53-jährige Diplom-Informatiker seine Tätigkeit beim VfB als Jugendtrainer, spielte später selbst in der 2. Mannschaft und bei den Alten Herren. Schnell bekleidete er auch das Amt des Jugendleiters, wurde 2010 in einer schwierigen Phase des Vereins zum Clubvorstand gewählt. Auch dank Hofer wurde der VfB Wiesloch seit 2011 bereits mehrfach mit dem bfv-Qualitätssiegel KLEEblatt zertifiziert. „Die Ehrenamts-Auszeichnung ist eine große Ehre, die ich stellvertretend für alle ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiter annehme“, freut sich Hofer über den Preis. Sven Wolf (38) vom VfR Mannheim (Fußballkreis Mannheim): Die gute Seele des Vereins
Sven Wolf, VfR Mannheim
Beim VfR ist Wolf der Alleskönner: Presse- und Stadionsprecher, Webmaster, Spielleiter und Geschäftsführer, war zwischenzeitlich Fanclub-Vorsitzender, Mitglied im Verwaltungsrat und Finanzvorstand. Im Alter von 17 Jahren kam Wolf zum VfR, war damals für die Stadiondurchsagen zuständig – seitdem verbindet ihn eine große Leidenschaft mit dem Mannheimer Verein. „Sven hat sich durch seine Tätigkeiten über Jahrzehnte hinweg ausgezeichnet. Er hat für alle ein offenes Ohr, scheut keine Kosten und Mühen. Wenn irgendwo Not am Mann ist, ist Sven immer da. Für den Verein ist er sehr wertvoll, bei ihm läuft alles zusammen“, begründet Boris Scheuermann, stellvertretender Vorsitzender des VfR Mannheim, die Meldung des 38-Jährigen zum Ehrenamtspreis 2018. Wolf ist ein „Ehrenamtler“ durch und durch und sagt zu seiner Auszeichnung: „Ich bin überglücklich und stolz, ausgewählt worden zu sein. Die Ehrung bedeutet mir sehr viel und ist eine riesige Auszeichnung. Dass ich zudem noch in den Club100 aufgenommen werde, ist die absolute Krönung.“ Gerhard Kimling (63) vom FC Östringen (Fußballkreis Bruchsal): Mit dem Fußball verheiratet
Gerhard Kimling, FC 1922 Östringen
Mit minutenlangem Applaus wurde Gerhard Kimling im vergangenen Jahr nach 25-jähriger Tätigkeit als Vorstand des FC Östringen von den Vereinsmitgliedern aus seinem Amt verabschiedet. Seit mehr als vier Jahrzehnten engagiert sich Kimling in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern für den Verein. 1973 begann er beim FCÖ als Jugendtrainer, bekleidete zwischenzeitlich auch das Amt des Jugendleiters. Nach drei Jahren als zweiter Vorsitzender wurde er im März 1993 schließlich zum Vorsitzenden gewählt. In der Ära des heutigen Ehrenpräsidenten wurden verschiedene Sanierungsmaßnahmen am Östringer Clubhaus durchgeführt und mit dem Bau eines zweiten Rasenplatzes die bereits vorhandene Infrastruktur nachhaltig verbessert. Auch als Schiedsrichter vertritt Kimling seinen Verein seit über 30 Jahren. „Über die Ehrenamtsauszeichnung habe ich mich sehr gefreut, das ist eine tolle Sache. Ich war emotional berührt, habe von anderen Mitgliedern nur positive Rückmeldungen bekommen. Die Ehrung motiviert mich für die nächsten mindestens 30 Jahre“, verspricht Kimling. Christian Keller (45) vom FC Viktoria Jöhlingen (Fußballkreis Karlsruhe): Viktoria ein Leben lang
Christian Keller FC Viktoria Jöhlingen
Dass der Jöhlinger Fußballclub wieder auf gesunden Füßen steht, ist Christian Keller zu verdanken. Als der Verein 2013 ohne Vorstandschaft vor dem finanziellen Ruin stand, setzte sich Keller in aufopferungsvoller Arbeit für den Club ein und organisierte eine neue junge Vorstandschaft. Sportvorstand Frank Gebele, der Keller zum Ehrenamtspreis gemeldet hat: „Ohne Christian würde es den Verein nicht mehr geben. Er war der Hauptverantwortliche, der immer mit angepackt und die Leute zusammengetrommelt hat.“
Der aktuelle Finanzvorstand Keller schaffte seinem Heimatverein die Grundlagen für eine positive Zukunft, bei dem er zunächst selbst aktiv spielte und anschließend als Jugend- und Herrentrainer tätig war. Unter anderem wurde während seiner Amtszeit die Gaststätte samt Terrasse renoviert und die Duschen saniert. Der zweite Rasenplatz wurde mit einer Bewässerungsanlage ausgerüstet, um die Trainingsbedingungen zu verbessern. „Auch wenn mich in der damaligen Situation einige Leute für verrückt erklärt haben, habe ich immer an die Rettung geglaubt. Der Jugend muss es ermöglicht werden, im Ort Fußball zu spielen. Die Auszeichnung erfüllt mich mit Stolz, ist eine extreme Wertschätzung für mich, aber auch für meine Mitstreiter. Das Ehrenamt ist immer nur im Team möglich“, so Keller. Oliver Schmidt (43) von den Sportfreunden Dobel (Fußballkreis Pforzheim): Ein Vorbild durch und durch
Oliver Schmidt, Sportfreunde Dobel
Von 2005 bis 2018 bestimmte Schmidt als zweiter Vorsitzender maßgeblich die Geschicke seines Vereins, war zuletzt führender Kopf und engagierter Macher bei der Sanierung des Clubhauses. Mittlerweile ist der 43-jährige als Trainer der E-Junioren sowie Mitglied im Jugendausschuss bei den Sportfreunden aktiv: „Mir ist es wichtig, dass sich die Leute bei uns im Verein wohlfühlen. Der Spaß am Fußball ist die Motivation für mein Engagement.“ Vereinsvorstand Markus Treiber lobt die Arbeit von Schmidt: „Oliver hat den Verein nach vorne getrieben, war und ist immer überall involviert. Er hat ein Herz für die Jugend, sein Augenmerk liegt auf der Ausbildung der Juniorenspieler. Mit seiner Einstellung, seiner Art und seinem Handeln ist er ein absolutes Vorbild.“ „Über den Preis freue ich mich sehr, er ist eine Anerkennung für die geleistete Arbeit“, so Schmidt.