Badischer Fußballverband veröffentlicht Finanzbericht 2018

Karlsruhe (bfv). Wie finanziert sich die Verwaltung des Badischen Fußballverbandes und die Sportschule Schöneck? Welche Zahlungen leisten die Mitgliedsvereine an den bfv? Welche Zuwendungen erhält der Fußball in Baden vom Deutschen Fußball-Bund? Wie fördert der Verband die Vereine? Diese Fragen beantwortet der Finanzbericht 2018, den der bfv erstmals in dieser Form veröffentlicht.

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Bislang legte der Badische Fußballverband seinen Vereinen gegenüber im Rahmen des Verbandstages alle drei bzw. seit 2016 alle vier Jahre Rechenschaft ab. Im Berichtsheft zu den Verbandstagen sind Ergebnisrechnungen jedes Jahres sowie die Bilanz für alle Vereine und deren Mitglieder schon immer offen einsehbar. Mit dem Finanzbericht geht der bfv nun noch einen Schritt weiter, stellt ausführliche Zahlen dar und erklärt deren Zusammenhänge. „Es ist das gute Recht unserer Mitglieder über die Finanzen im bfv informiert zu sein“, betont bfv-Vizepräsident Torsten Dollinger. „Uns ist klar, dass diese Vorgänge „von außen betrachtet“ nicht immer leicht nachvollziehbar sind, daher schaffen wir mit diesem ausführlichen Bericht Transparenz und tragen zum Verständnis bei.“

Bereits beim obligatorischen Pressefrühstück im Rahmen des Finaltags der Amateure im Frühjahr stellten Dollinger, bfv-Präsident Ronny Zimmermann und Vize Rüdiger Heiß Pressevertretern die Zahlen vor. Nun ist der Bericht auch grafisch fertig aufgearbeitet und steht als Datei auf der Webseite des Badischen Fußballverbandes https://www.badfv.de/verband/ueber-uns/ zur Verfügung.

„Der Badische Fußballverband erhält den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ – würde das Testat eines Wirtschaftsprüfers lauten, wenn er den Jahresabschluss 2018 zu beurteilen hätte. Völlig freiwillig hat sich der Badische Fußballverband mit seiner Sportschule in 2016 auf den Weg gemacht, seine Geschäftstätigkeit transparent und in weitestgehender Anlehnung an die Buchführungs- und Bilanzierungsrichtlinien nach dem Handelsgesetzbuch aufzustellen. Als Folge hieraus wurde auch dieser Finanzbericht entwickelt.

Zum 1. Januar 2018 wurden die neun badischen Fußballkreise in das Rechnungswesen des Verbandes integriert. Seither gibt es einen zentralen bfv-Haushalt, in dem die Erträge und Aufwendungen in den Kreisen enthalten sind.

Im Jahr 2018 umfasste der Badische Fußballverband 610 Vereine mit 198.187 Mitgliedern und 4.742 Mannschaften in 570 Staffeln. Der Badische Fußballverband verfügt über eine verbandseigene Sportschule. Schöneck ist nicht nur der Sitz der Geschäftsstelle, sondern vor allem Qualifizierungsstätte. Mit rund 35.000 Übernachtungen pro Jahr und einer Belegungsquote von 84 Prozent ist Schöneck größter Beherbungsbetrieb in Karlsruhe.

Zum Stichtag 31.12.2018 beschäftigte der Badische Fußballverband neben dem Geschäftsführer im Bereich Fußball 16 Mitarbeiter in Vollzeit, 12 in Teilzeit, 18 Praktikanten/ FSJler und einen Studenten (37,25 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt) und für die Sportschule 15 Mitarbeiter in Vollzeit und 38 in Teilzeit (45,75 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt). Hinzu kommen rund 450 Ehrenamtliche, die auf Verbands- und Kreisebene für den Fußball wirken.

Mit einer Bilanzsumme von 8.769.090 Euro, Umsatzerlösen in Höhe von 5.773.472 Euro und 84 Arbeitnehmern entspricht der Badische Fußballverband nach §267 Abs. 1 HGB einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft.

Erträge im Jahr 2018

Die Erträge in Gesamthöhe von 5.930.902 Euro generiert der Badische Fußballverband zu 55 Prozent (3.234.513 Euro) im Bereich Fußball und zu 45 Prozent (2.696.389 Euro) durch die Sportschule Schöneck.

Die Sportschule Schöneck finanziert sich vor allem durch Erlöse aus Vermietung und Verpflegung (1.816.645 Euro) sowie aus Zuwendungen (823.729 Euro), hauptsächlich aus dem Solidarpakt Sport des Landes Baden-Württemberg.

Die Erträge im Bereich Fußball setzen sich wie folgt zusammen: Die Gesamt-Zuwendungen in Höhe von 995.778 Euro setzen sich aus gut 500.000 Euro vom Deutschen Fußball-Bund (im Gegensatz zu 2017 Steigerung um 100.000 Euro). Weitere Zuschüsse fließen unter anderem vom Landessportbund (271.000 Euro). Die Proficlubs ab der 3. Liga aufwärts leisten Abgaben an den Badischen Fußballverband, die im Grundlagenvertrag des Deutschen Fußball-Bundes mit der Deutschen Fußball-Liga festgelegt sind, für die 3. Liga existiert ein eigenes Statut. Daraus ergaben sich im Jahr 2018 269.778 Euro.

Vermarktungserlöse in Höhe von 309.403 Euro erzielte der Badische Fußballverband aus Kooperationen mit Unternehmen. Ca. 70 Prozent davon fließen als Dienst- oder Sachleistungen zweckgebunden in Projekte und Veranstaltungen und kommen so den Vereinen direkt zu Gute. Ticketeinnahmen in Höhe von 55.767 Euro hat der Badische Fußballverband aus den Spielen des bfv-Pokals sowie den Entscheidungsspielen am Saisonende. Hinzu kommen rund 200.000 Euro sonstige Erträge, das sind hauptsächlich periodenfremde Erträge.

Rund 50.000 Euro Zuwendungen durch den DFB tauchen im Haushalt des bfv gar nicht auf, da sie direkt weitergeleitet bzw. verwendet werden. Diese sind zu den knapp 500.000 Euro hinzuzurechnen. Sie setzen sich zusammen aus 11.500 Euro für Maßnahmen aus dem DFB-Masterplan, 23.800 Euro fließen aus dem DFB-Bonussystem direkt an Amateurvereine für die Ausbildung von späteren Nationalspielerinnen und -spielern und 17.461 Euro Kosten für die Durchführung von DFB-Mobil-Besuchen, die daher für Vereine kostenlos sind. Die Fahrzeug- sowie die Fahrtkosten des DFB-Mobils werden außerdem direkt mit dem DFB abgerechnet, diese Kosten sind ebenfalls als DFB-Zuwendungen zu sehen und kommen nochmals hinzu.

64 Prozent der Erträge durch die Vereine stehen unmittelbare Dienstleistungen gegenüber

Den größten Teil der Erträge stellen mit 1.414.273 Euro Zahlungen durch die Amateurclubs dar. Ordnungsgelder und Strafen machen davon rund 460.000 Euro aus. Die durch die Clubs selbst verursachten und vermeidbaren Gebühren dienen einerseits der Sanktion und „Erziehung“, andererseits decken sie die durch Fehlverhalten entstehenden Kosten, unter anderem für die 63 Sportrichter in Baden.

Beim Badischen Fußballverband entrichten Mitglieder keinen Beitrag, wie er sonst bei Verbänden üblich ist. Der Badische Sportbund schüttet jedoch Überschüsse aus dort erhobenen Mitgliedsbeiträgen zurück an die Fachverbände aus. Davon erhält der bfv rund 380.000 Euro. Andere Landesverbände zählen diese Gelder als Zuschüsse durch den Sportbund, wir rechnen ihn den Vereinen zu. Passbearbeitungsgebühren machen etwas über 300.000 Euro aus, diese fallen für eine Dienstleistung an, die weit über die Ausstellung einer Spielberechtigung hinausgeht.

Das DFBnet hat in der Vergangenheit diesen Prozess für den bfv und vor allem die Vereine deutlich erleichtert. Der Beratungsaufwand ist in der gleichen Zeit deutlich gestiegen. Diesem kommen die Mitarbeiter der Passstelle vor allem mit erweiterten Telefon- und Anwesenheitszeiten in den Wechselperioden nach.

Rund 44.000 Vorgänge bearbeiten sie pro Jahr. Spielklassenbeiträge sind ebenfalls ein leistungsbezogener Aufwand für die Vereine, der die Organisation der 570 Staffeln in Baden gewährleistet. Der Beitrag bemisst sich an der 1. Mannschaft des Vereins und deckt gleichzeitig alle anderen Mannschaften im Aktiven- und Jugendbereich ab. Für die Organisation des kompletten Spielbetriebs im Verein entrichtet ein Club mit einer Mannschaft in der Kreisliga für die gesamt Saison z.B. 150 Euro. Insgesamt kommen auf diese Weise knapp über 100.000 Euro zusammen.

Eine ähnliche Staffelung erfolgt beim Sportzehner, der einzigen Zahlung an den Badischen Fußballverband, die als Beitrag kategorisiert werden kann. Er beträgt beispielsweise in der Kreisliga 113 Euro pro Saison und Verein, in der Kreisklasse B 26 Euro. Von allen Vereinen gehen somit rund 50.000 Euro beim bfv ein. Zahlreiche Qualifizierungsangebote bietet der bfv komplett kostenlos an, wie beispielsweise das DFB-Mobil, andere sind für die Vereine stark subventioniert. Der geringe Eigenanteil (Gesamtsumme 83.000 Euro) deckt Referentenkosten sowie teilweise Unterbringung und Versorgung in der Sportschule Schöneck ab.

Aufwendungen im Jahr 2018

Auch die Aufwendungen in Gesamthöhe von 5.995.764 Euro entfallen nahezu hälftig auf den Bereich Fußball und auf die Sportschule Schöneck. Im Bereich der Sportschule Schöneck machen die größten Anteile Personalkosten (1.394.613 Euro) und Betriebskosten (1.382.372 Euro) aus. In den Betriebskosten enthalten sind Aufwendungen für Instandsetzung. Im Jahr 2018 wurde beispielsweise ein neuer Kunstrasen gebaut sowie der erste Teil des neuen Hybridrasens und der Beachanlage realisiert.

Die Aufwendungen im Bereich Fußball betrugen im Jahr 2018 insgesamt 3.013.612 Euro. Wichtig zu wissen dabei ist, dass viele Bereiche der Fußballförderung quer finanziert werden. Das heißt Mittel werden nicht unbedingt dort eingesetzt, wo sie auch erwirtschaftet werden. Beispiele dafür ist der komplette Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung, Schulfußball oder Freizeit- und Breitensport.

73 Prozent der Aufwendungen fließen für die unmittelbare Förderung des Fußballs, des Ehrenamtes und der Vereine

Ohne den Bereich der Sportschule Schöneck beschäftigte der Badische Fußballverband im Jahr 2018 neben dem Geschäftsführer 16 Mitarbeiter in Vollzeit, 12 in Teilzeit, 18 Praktikanten/FSJler und einen Studenten. Von den Personalkosten in Höhe von 1.382.577 Euro sind etwa 15 Prozent mehr oder weniger reinen Verwaltungstätigkeiten zuzuordnen, wie zum Beispiel das Finanz- und Rechnungswesen. Alle weiteren Beschäftigten widmen sich der Fußballförderung, beispielsweise im Spielbetrieb, der Qualifizierung, dem Schulsport oder der Ehrenamtsförderung. Somit arbeiten 85 Prozent mittel- oder unmittelbar zu Gunsten der Mitgliedsvereine.

Die originäre Fußballförderung in Baden umfasst alle Qualifizierungsmaßnahmen (59.413 Euro, davon beispielsweise 27.000 für die Aus- und Fortbildung von Schiedsrichtern), den Bereich Talentförderung (67.886 Euro), Öffentlichkeitsarbeit (89.785 Euro), die Organisation von Veranstaltungen und Projekten (102.381 Euro) wie Junior-Coach-Ausbildungen oder AOK-Treffs FußballGirls, die Softwarekosten für das DFBnet (112.521 Euro) sowie direkte Zuwendungen und Ehrengaben für Vereine (193.549 Euro). Das macht rund 613.000 Euro aus.

Der Posten Ehrenamt umfasst die Tätigkeit der rund 450 Ehrenamtlichen auf Verbandsebene und in den neun Fußballkreisen in Form von Fahrtkosten und Auslagen. Beispielsweise wenn die Jugendausschüsse der neun Fußballkreise die Futsalmeisterschaften organisieren und durchführen. Diese Aufwendungen sind somit ebenfalls der Fußballförderung zuzuordnen. Dafür kommen etwa 418.000 Euro zusammen. Weiter Aufwendungen sind Betriebskosten (256.678 Euro), Verwaltung (170.870 Euro) sowie 171.789 Euro sonstige Aufwendungen, so die Meldung des bfv.