Rheinbrüder Karlsruhe schreiben Vereinsgeschichte

Sowohl Volz als auch Hantl sind Mitglieder im Olympiateam "Team Rio Metropolregion Rhein-Neckar" Quelle AMR
Sowohl Volz als auch Hantl sind Mitglieder im Olympiateam „Team Rio Metropolregion Rhein-Neckar“
Quelle AMR

Karlsruhe (ps). Der Deutsche Kanuverband (DKV) richtete am Wochenende die 1. Nationale Qualifikation 2015 auf der Wedau in Duisburg aus. Mit sieben Einzelsiegen in den verschiedenen Disziplinen und Altersklassen schrieben die Rheinbrüder Karlsruhe Vereinsgeschichte.

Den Anfang in der Leistungsklasse machte Sprinterin Sabine Volz mit ihrem souveränen Sieg im Einerkajak über 200 Meter. Mit einer halben Bootslänge Vorsprung siegte sie vor den Olympiasiegerinnen Tina Dietze (Leipzig) und Conny Waßmuth (Potsdam). „Mich freut es, dass unsere Änderungen im Training scheinbar gefruchtet haben!“, bricht es nach der Entscheidung aus Trainer Ralf Straub heraus, der zusammen mit Detlef
Hofmann Sabine Volz im Heimtraining betreut. Die Sprinterin selbst war nach dem Rennen überglücklich: „Im Ziel dachte ich gar nicht, dass ich mit solch einem Vorsprung gewonnen habe, dies habe ich erst danach auf den Bildern gesehen und dann habe ich mich so richtig gefreut.“

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Zweifacher 500 Meter Erfolg für Verena Hantl

Detlef Hofmann, BSP-Stützpunktleiter in Karlsruhe, prophezeit es seit Jahren: „Wenn bei Verena mal der Knoten platzt dann kann sie alle schlagen!“ Mit dem Sieg im ersten 500 Meter-Wettkampf der diesjährigen Qualifikation hat sie es nun bewiesen. Vor Franziska Weber (Potsdam), amtierende Olympiasiegerin und amtierende Vize-Europameisterin im Einerkajak über 500m, und Tina Dietze erkämpfte sie sich in einem nahezu perfekten Rennen die Pole. „Ich habe nicht geschaut, bin einfach nur gefahren. Erst am Ende des Rennens habe ich gehört wie die Leute meinen Namen rufen, da wusste ich, dass ich gut liegen muss“, freute sich Verena Hantl nach dem Rennen, in dem Sabine Volz den vierten Platz belegte. Nur wenige Stunden später toppte die Karlsruher Mannschaftsportlerin des Jahres den Erfolg unter deutlich anderen Voraussetzungen.
Konnte die 26-jährige das erste Finale noch als Überraschungssiegerin gewinnen, musste sie nun mit der Bürde der Favoritin im zweiten A-Finale über 500 Meter antreten. Doch auch hier zeigte sie sich mental sehr stark und siegte erneut sogar noch mit deutlicherem Abstand. Sabine Volz belegte in diesem Rennen einen sehr starken fünften Platz.
Sowohl der Sieg über die 200 Meter als auch die 500 Metererfolge haben für die Rheinbrüder Karlsruhe historische Bedeutung. „Das gelang davor noch keiner Kanutin bei vollbesetztem Qualifikationsfeld. Die Siege tun gut und zeigen dem gesamten Trainerteam, dass wir auf dem richtigen Weg mit unserer Trainingsphilosophie sind“, strahlte ein sehr zufriedener Detlef Hofmann nach der Qualifikation.
Cathrin Dürr unterstrich erneut ihre Vormachtstellung im Damen-Canadierbereich „Der erste Wettkampf im Jahr ist für mich immer der Schlimmste. Jetzt ist alles wieder gut!“, sagte Cathrin Dürr noch im Boot kniend am Steg nach ihrem Sieg über die 200 Meter. Auch das zweite Rennen der Saison
entschied Dürr über die 500 Meter vor Johanna Handrick und Laura Roloff (beide Leipzig) für sich. „Ich habe meine Leistung gebracht, nun muss ich abwarten zu welchen Wettkämpfen der DKV mich entsendet“, gab Dürr auf die Frage nach der weiteren Saisonplanung zu Protokoll.

Kim Riedle und Carola Schmidt erzielen Siege bei den Junioren

Die erst 15-jährige Jugendfahrerin Kim Riedle startete zusammen mit ihrer Vereinskameradin Katinka Hofmann bei der diesjährigen Qualifikation eine Konkurrenz höher. Beide schlugen sich prächtig. Kim Riedle, die amtierende deutsche Jugendmeisterin über 200 Meter, konnte die komplette Juniorenkonkurrenz schocken und siegte überlegen mit über einer Bootslänge Vorsprung im 200m Finale. Katinka Hofmann überzeugte mit Platz
vier und liegt in der Gesamtwertung zusammen mit Riedle auf dem zweiten Platz.
Neuzugang Carola Schmidt lies ihr ganzes Können über die 1.000 Meter aufblitzen. Als Siegerin über 1.000 Meter sicherte sich die 18-jährige Abiturientin des Otto-Hahn-Gymnasiums eine hervorragende Ausgangsposition für die abschließende Qualifikation in drei Wochen. Bei den Herren Junioren zeigte Yannick Höldtke einen starken Saisoneinstand. Mit Rang vier im ersten von zwei Sprintfinals wahrte er sich weiter alle Chancen auf einen Platz in der Junioren-WM-Mannschaft.