Auswärtsfluch des KSC, Nackenschlag und die Frage nach dem Warum

Karlsruhe (mia). Auswärtsfluch, Rückschlag oder Nackenschlag waren die Stichworte, die den Profis des Karlsruher SC über die 0:2-Niederlage des KSC in Meppen einfielen.

„Wir konnten den Auswärtsfluch nicht beseitigen“, erklärte KSC-Vizekapitän David Pisot und suchte nicht nach Ausreden. „Wir haben es einfach nicht geschafft gut Fußball zu spielen und haben verdient verloren.“

Booking.com

Mit dem Willen oder der Einstellung der Karlsruher habe dies aber nichts zu tun, vielmehr habe man es nicht geschafft, sich „vom Druck der Meppener zu lösen“, so der KSC-Innenverteidiger. „Wir haben wenig Fußball gespielt.“

Warum? Das sei schwer zu sagen. Man habe eine positive Tendenz gehabt in den letzten Wochen. gegen Meppen hatte man davon aber über weite Strecken nichts gemerkt.

„Es hat Aggressivität und Mut gefehlt, auch Leidenschaft… Wir stehen jetzt da und wissen nicht so wirklich warum das so stattgefunden hat. Manchmal weißt du als Fußballer auch nicht so ganz, wo du da anzusetzen hast.  Von vorne bis hinten hat es nicht gestimmt“, erklärt der ebenfalls enttäuschte Daniel Gordon.

 

[adrotate banner=“47″]

 

Abstiegskampf statt Aufstiegsambitionen

Nach oben in der Tabelle brauche man nicht zu schauen, wissen die KSC-Spieler. „Für uns geht es erst einmal darum, dass uns allen klar wird worum es geht. Nämlich, dass es im Moment Abstiegskampf ist“, stellt Pisot ganz klar. Für den KSC gehe es nicht darum, von Aufstiegsplätzen zu träumen, sondern den Abstand zum Tabellenende zu vergrößern.

„Keiner denkt hier an Aufstieg, das wäre fehl am Platz im Moment“, holt er sicherlich einige rund um und auch im KSC auf den Boden der Tatsachen. Auch gegen Meppen wurde man vom vermeintlichen Außenseiter in die Realität katapultiert. „Wir wussten, dass die Meppener von Leidenschaft und Emotion im Spiel leben und da waren sie einen Tick galliger als wir. Deshalb haben sie auch verdient gewonnen, weil wir die letzten Entschlossenheit oder Aggressivität haben vermissen lassen.“

Dass die Fans, die 600 Kilometer gefahren sind darüber schwer enttäuscht seien, verstehe man. „Verständlich, wenn sie sich so ein Spiel von uns ansehen müssen und wissen wollen was los ist.“

Warnung vor Nöttingen

Fehlt diese Aggressivität auch am heutigen Mittwoch (19 Uhr) gegen den FC Nöttingen, droht das Aus im bfv-Pokal. „Jetzt kommt ein entscheidendes Spiel. Da zählt nur das Weiterkommen – egal wie. Kampf ist angesagt, denn es ist ein unterklassiger Gegner, der uns ärgern und das Spiel zerstören will“, weiß Pisot.

Gordon warnt vor einem heißen Kampf und um die „Not des Spiels“. Verliert man, ist die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison sehr unwahrscheinlich. Platz vier müsste der Karlsruher Trupp erreichen. Aktuell aber ein schier unerreichbarer Platz.