Ordnungshaft? Klimaprobleme? Kündigung? KSC und Stadt in Sachen Stadion

Dunkle Wolken über dem KSC-Stadionneubau?

Karlsruhe (Mia). Karlsruher SC und Stadt streiten in Sachen Fußballstadion. Und das heftigst. Kündigung, Haft und Zerrüttung stehen im Raum. Die Erklärung der Stadt Karlsruhe zum Wildparkstadion beginnt mit folgendem Satz: „Nachdem der KSC das Güterichterverfahren abgebrochen hat“, hat sich die Stadt veranlasst zur Darstellung der Faktenlage gesehen.

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Der Karlsruher SC hatte vier einstweilige Verfügungen beantragt und damit, laut Stadt folgende Forderungen verbunden:

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a) Ruhen des laufenden Genehmigungsprozesses

B) Unterbrechung des Planungsprozesses mit dem Totalunternehmer, soweit Antragsbestandteile betroffen sind

C) Erklärung gegenüber dem Bauordnungsamt, dass das laufende Baugenehmigungsverfahren einstweilen nicht fortgesetzt wird

D)Anordnung gegenüber dem Totalunternehmer, mit der Ausführungsplanung nicht zu beginnen.

E) Untersagung, Anfragen des Bauordnungsamtes zum laufenden Baugenehmigungsverfahren zu beantworten

F) Ordnungsgeld je Verfügung in Höhe von 250.000 Euro, hilfsweise Ordnungshaft gegen den Herrn Oberbürgermeister bis zu 6 Monate

Klima

Mentrup sehe eine „Gefährdung des Zeitplans“, warnt er. Die Schrift an das Gericht mit den vier Verfügungen beziehungsweise der Inhalt sei „befremdlich“. Man wisse natürlich nie was bei Gericht passiere. Egal wer Recht erhalte, das Klima bleibe.

Mentrup sehe eine „massive Gefährdung“ der Zusammenarbeit. Die Art wie man mit der Stadt in Gesprächen umgehe, könne nicht die Art sein.

Geisteshaltung

Die Haft-Androhung „kann man mal so machen, ist aber befremdlich“, denn es sei doch davon auszugehen, dass die Stadt 250.000 Euro bezahlen könne. Das zeigt „welche Geisteshaltung dahinter steckt“, sagt Mentrup.

„Das deckt sich nicht damit, was wir mit dem KSc veranstalten.“ Seit Dezember 2018 habe man 147 von 152 Sonderwünschen abgearbeitet. Teils seien diese vom KSC finanziell übernommen, teils ins Budget gekommen.

Konsequenzen und „Klimafrage“

Zu den Konsequenzen und zur Klimafrage zwischen KSC und Stadt wolle Mentrup etwas sagen, begann er. Dem KSC ginge es darum, so Mentrup, die Vertrags-Unterlagen zwischen Stadt und Bauunternehmer zu erhalten.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Bürgermeister Daniel Fluhrer, Werner Merkel, Betriebsleiter Eigenbetrieb „Fußballstadion im Wildpark“ und Frank Nenninger, Technischer Geschäftsführer KASIG stellten in einem Pressegespräch die aktuelle Situation vor.

Sonderwünsche und Regelung

Die Sonderregelungen seien alle geklärt, so Mentrup. Diese Sonderwünsche müssten ins Budget passen. Die Kosten für die Sonderwünsche müssten sonst vom KSC getragen werden. Dies sei ein Streitpunkt.

Stützen

Ein Beispiel: Der Businessbereich erhalte eine Lichtkuppel und erhalte Stützen. Die Entwürfe seien seit letztem Jahr bekannt und auch dem KSC vorgelegen.

Der KSC habe aber erst im März erklärt, dass die Stützen kritisch seien. Es kämen allerdings massive Zusatzkosten und eine weitere Genehmigung hinzu, wenn man alle Stützen entfernen würde.

Geil auf Stützen?

„Wir sind ja nicht geil darauf, Stützen zu bauen, sondern müssen darauf achten, dass das Dach nicht auf den Kopf fällt“, sagt Mentrup. Eine neue Planung der Haupttribüne wäre notwendig.

„Wir sind der Meinung, dass wir unser Versprechen einhalten.“ Denn das Stadion sei funktional und die Stützen würden sich nicht negativ auf die Wirtschaftlichkeit auswirken.

Zwei Möglichkeiten zur Umsetzung gebe es: Ein klares Bekenntnis vom KSC, was zu reduzieren geht, damit die Kosten im Rahmen bleiben oder dass der KSc die Kosten übernimmt.

Wenn das Gericht am Montag dem KSC Recht gäbe, müsse man erneut verhandeln, wo man dann Kosten einspare. Denn man müsse einsparen. Dies alles gefährde sowohl die Qualität und die zeitliche Schiene.

Wütend anklagend

Man erlebe vom KSc allerdings seit März „wütend“ anklagende Gespräche mit dem KSC.

Immer dann wenn der Verein nicht bekommt was er gerne hätte, vergesse er das Budget, das es zu halten gelte, so Mentrup.

Appell an KSC

Daher appelliere Mentrup an den KSC, sich das noch einmal zu überlegen. Klarstellen will er, dass man „aktuell ein Problem miteinander habe“. Und er habe nicht vor noch einmal in den Gemeinderat zu gehen, um mehr Geld zu verlangen.

„Ich sehe eine Gefährdung des Gesamtprojekts“, weil man für höhere Beträge das Projekt nicht unbedingt sicherstellen könne.

Kündigung an den KSC?

Auch stellt der OB klar, dass man mit einer einjährigen. Frist, das Vertragsverhältnis mit dem KSC kündigen könne. Das müsse man sich überlegen, wenn das Verhältnis zerrüttet ist.

Daher appelliere er zurück zu normalen Verhandlungen zu kommen. Kooperative, gemeinsame Verantwortung brauche es jetzt, fordert Mentrup.